Ein weiteres Jahr geht zu Ende
Das Jahresende ist überall auf der Welt etwas Besonderes – eine Zeit der Reflexion und des Neuanfangs. Während in Brasilien der Sommer in vollem Gange ist und sich die Menschen an den Stränden zum Feiern versammeln, verbindet man die Festtage in der Schweiz mit einer winterlichen Atmosphäre und Schnee, der die Dächer und Berge bedeckt.
Ende November wird der Jahresendspurt eingeläutet, wenn die festlich geschmückten Städte ihre Weihnachtsmärkte eröffnen. Interessanterweise schmücken die aus der Nordhalbkugel stammenden Weihnachtsdekorationen auch brasilianische Städte – mit Schneemännern, Rentieren und Tannenbäumen.
Ob sengende Sonne oder eisiger Schnee – Weihnachten ist Familienzeit
Wie in Brasilien wird auch in der Schweiz der Heiligabend meist mit der Familie gefeiert. Typische Gerichte an diesem Abend sind Fondue oder Raclette – gemeinschaftliche Mahlzeiten auf Käsebasis, genossen in warmen, gemütlichen Räumen.
In Brasilien hingegen ist das Weihnachtsessen ein tropisches Fest der Fülle: Braten von Truthahn oder Chester, Farofa, Reis mit Rosinen, bunte Salate und frische Früchte zieren den Tisch. Der familiäre Geist ist derselbe, doch bei so hohen Temperaturen dehnt sich das Fest oft bis in den Garten oder auf die Veranda aus.
Der Weihnachtsmann – stets mit dabei
Ob in Brasilien oder in der Schweiz, die meisten Kinder warten in dieser Zeit auf den Besuch des Weihnachtsmanns. In der Schweiz sorgt die Figur des «Samichlaus» (der heilige Nikolaus in der deutsch-schweizerischen Tradition) bereits am 6. Dezember für Freude. An diesem Tag besuchen Samichlaus und sein Gehilfe «Schmutzli» Schulen und Kindergärten, halten eine kleine «Jahresbilanz» über das Verhalten der Kinder und verteilen Nüsse, Guetzli (= schweizerisch für Kekse, Plätzchen), Mandarinen und «Grittibänze» – ein süsses Gebäck in Form eines Männchens.
Eine andere Tradition, die für grosse Vorfreude bei den Kindern sorgt, ist der Adventskalender. Dieser besteht aus 24 Türchen, die vom 1. bis 24. Dezember jeweils täglich geöffnet werden dürfen. Hinter jedem Türchen steckt eine kleine Überraschung, die den Kindern hilft, die Zeit bis Weihnachten zu überbrücken. Was ursprünglich für kleine Kinder gedacht wurde, ist heutzutage bei kleinen wie auch grossen Kindern sehr beliebt und wird in allen möglichen Varianten – von Schokolade über Kosmetik bis hin zu Bier – angeboten.
Die Neujahrsfeiern
In Brasilien lädt die Wärme dazu ein, den Jahreswechsel ausgelassen mit Musik und Tanz auf den grossen Strassen in den Städten oder an den Stränden der Küsten zu feiern – bevorzugt weiss bekleidet. Auch die traditionellen Feierlichkeiten zu Ehren von Lemanjá, der Meeresgöttin in der Tradition von Candomblé, mit Blumen und Kerzen, dürfen dabei nicht fehlen.
In der Schweiz hingegen wird der Jahreswechsel meist in ruhiger Atmosphäre mit einem feinen Abendessen begangen. In Städten wie Zürich und Genf versammeln sich die Menschen auch an den Seeufern, um das Feuerwerk zu bewundern und auf das neue Jahr anzustossen.
Neujahrsvorsätze
In beiden Ländern gehören Neujahrsvorsätze fest dazu – gesünder leben, mehr Zeit mit der Familie verbringen, neue Ziele erreichen. In Brasilien sprudelt es vor Bräuchen und kleinen Aberglauben, etwa über sieben Wellen zu springen oder je nach gewünschtem Glück die Farbe der Kleidung zu wählen, während in der Schweiz diskretere Gesten überwiegen, wie z.B. mit Freunden auf das Wohl zu trinken oder einfach gute Wünsche auszutauschen.
Ob ausgelassen oder eher zurückhaltend ist das Gefühl der Menschen über die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel in beiden Ländern gleich: Dankbarkeit für das Vergangene und Hoffnung auf das Kommende.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein Jahr 2026 voller Gesundheit, neuer Chancen und vieler positiver Veränderungen!

