Woher kommt der Strom in der Schweiz?
Wenn draussen die Weihnachtslichter um die Wette blinken und drinnen der Raclette-Grill glüht, dann läuft der Stromzähler auf Hochtouren. Gerade in der Weihnachts- und Silvesterzeit verbrauchen wir in der Schweiz ordentlich Energie – schliesslich soll es an den Festtagen ja richtig leuchten!
Zeit also, einmal genauer hinzusehen: Woher kommt eigentlich all der Strom, der die Häuser, Züge, Handys und Fonduepfannen am Laufen hält? Um es vorweg zu nehmen: Strom kommt bei uns aus einem ziemlich vielseitigen Energiemix, der typisch schweizerisch ist: überwiegend sauber, durchdacht und ein bisschen kompliziert.
Strom-Mix 2025
Rund 60% unseres Stroms stammen aus Wasserkraft – kein Wunder bei all den Alpenflüssen und Stauseen. Atomenergie liefert etwa 30% des Gesamtstroms, während Solar-, Wind- und Biomasse-Anlagen gemeinsam noch knapp 10% des Kuchens ausmachen – Tendenz steigend. Besonders die Photovoltaik legt rasant zu: Auf immer mehr Dächern funkeln die Solarpanels in der Sonne und die Gemeinden fördern den Ausbau kräftig. Windenergie hat es dagegen etwas schwer, denn gute Standorte sind rar und die Bewilligungen dauern oft lange.
Um es kurz zu machen: Strom in der Schweiz ist ganz klar ein Mix aus Natur, Technik und einer guten Prise Alpenpower.
Produkt wählbar, Anbieter nicht
In der Schweiz kann man als Privathaushalt den Stromanbieter nicht frei wählen, sondern bezieht den Strom typischerweise vom lokalen Elektrizitätswerk im Netzgebiet. In Zürich etwa sind es die EWZ, in Basel die IWB, und in Bern die BKW. Dafür kann man aber zwischen unterschiedlichen Stromprodukten auswählen – je nach Wohnort und Anbieter. Meist haben diese «Strompakete» Namen wie Standardstrom, Ökostrom oder Solarstrom. Der Strom aus der Steckdose ist natürlich immer der gleiche, doch für klimafreundlich klingende Namen zahlt man einen Aufpreis. Mit diesen zusätzlichen Einnahmen versprechen die Anbieter nachhaltige Stromprojekte zu fördern.
Strom wird im Jahr 2026 billiger
Im Sommer eines jeden Jahres legen die Stromanbieter ihre neuen Tarife den Behörden zur Prüfung vor. Wenn diese genehmigt werden, dann gelten die neuen Strompreise jeweils ab dem 1. Januar des neuen Jahres. Im 2026 sinken die Strompreise für Privathaushalte um durchschnittlich 4% auf rund 28 Rappen pro Kilowattstunde. Allerdings kann der Strompreis je nach Wohnort stark variieren.
Rückblick: Von 2010 bis 2022 bewegte sich der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte stets zwischen 25 und 28 Rappen pro Kilowattstunde. Mit Beginn des Krieges in der Ukraine erfolgte ein rasanter Anstieg auf fast 34 Rappen im 2023. Das 2026 ist nun das dritte Jahr in Folge mit sinkenden Strompreisen.
Fun Fact
Die Schweiz ist mit mehr als 40 grenzüberschreitenden Leitungen eng mit dem europäischen Stromnetz verbunden. Dadurch kann sie im Sommer oft überschüssigen Wasserkraftstrom exportieren und im Winter wieder fleissig Strom importieren, vor allem aus Deutschland und Frankreich. Unser Strommix gilt übrigens als einer der klimafreundlichsten in Europa – was bei einem Land mit rund 9 Millionen Einwohnern und riesigen Skiliften in jedem Tal schon beachtlich ist.

